Wenn beim Kind eine schiefe Haltung auffällt, stehen Eltern vor zwei Fragen: Ist das etwas Ernstes — und was können wir tun? Diese Seite gibt Orientierung: woran man Auffälligkeiten erkennt, welche Wege die Medizin geht und wie spielerisches Balancetraining den Alltag ergänzen kann.
Warum gerade in der Pubertät?
Wachstumsschübe in der Pubertät können bei Kindern zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr eine Skoliose entstehen lassen — Mädchen sind deutlich häufiger betroffen als Jungen. Der Körper wächst in dieser Zeit schneller, als die Muskulatur mitkommt, und einseitige Muster können sich verstärken.
Für Kinder ist eine sichtbare Veränderung des Rückens oft eine doppelte Belastung: körperlich durch die muskulären Probleme — und seelisch, weil der eigene Rücken plötzlich anders aussieht als der der anderen.
Der Satz „Das wächst sich aus“ ist keine gute Beratung. Ob eine Auffälligkeit harmlos ist oder Beobachtung braucht, kann nur die ärztliche Untersuchung klären — und je früher sie stattfindet, desto größer ist der Spielraum. (Woran man Auffälligkeiten erkennt, zeigt die Übersicht auf der Skoliose-Seite.)
Bei den meisten Skoliosen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen — Fachleute sprechen von einer idiopathischen Skoliose; häufig spielt eine muskuläre Dysbalance eine Rolle. Genau hier setzt das Training mit der SKOLISOHLE® an: Es spricht wenig genutzte Haltemuskulatur an und unterstützt das muskuläre Gleichgewicht.
Was die Medizin tut
Je nach Schweregrad der Verkrümmung empfiehlt der Arzt Krankengymnastik, ein Korsett oder — in schweren Fällen — eine Operation. Diese Wege haben ihren Platz und ihre Berechtigung; sie werden ärztlich verordnet und begleitet.
Für Kind und Eltern sind sie allerdings oft anstrengend: Ein Korsett wird viele Stunden am Tag getragen, Übungstermine wollen eingehalten werden, und die Motivation des Kindes entscheidet mit über den Erfolg. Genau hier liegt der Wert von allem, was sich leicht in den Alltag einbauen lässt.
Balance statt „Sitz gerade!“
Kinder lassen sich schwer zu Übungen verpflichten — aber leicht für Bewegung gewinnen, die sich wie ein Spiel anfühlt. Auf der SKOLISOHLE® zu gehen ist genau das: ein Balanceakt. Durch die bewusst herbeigeführte Unsicherheit beim Gehen sucht sich der Körper seinen Mittelpunkt, aus dem er die Bewegung koordiniert — er liegt im Bereich des Bauchnabels. Von dort aus werden die Muskeln angeregt, gemeinsam zu arbeiten; Spannungsunterschiede in der Muskulatur, die gerade im Rücken ausgeprägt sind, werden dabei angesprochen. Bildlich gesprochen zieht sich der Körper selbst gerade — das ist ein Bild für den Trainingsreiz, kein Versprechen: Beitragen kann das Training nur bei muskulär bedingten Auffälligkeiten.
Zweimal täglich fünf Minuten genügen, barfuß, zu Hause. (Wie das Training im Einzelnen auf die Muskulatur wirkt, steht auf der Skoliose-Seite — und das Prinzip dahinter erklärt diese Seite.)
Wichtig für Eltern: Die SKOLISOHLE® ist eine begleitende Maßnahme — kein Ersatz für die ärztliche Behandlung. Sie ist ein Sportgerät, kein Medizinprodukt. Bei den ersten Trainingseinheiten sollte ein Erwachsener in der Nähe sein und das Kind sich anfangs an Wand oder Tisch abstützen können. Bei destruktiven Knochen- und Gelenkbeschwerden, Knochenbrüchen, Osteoporose, neuropathischen Erkrankungen und bei Schwindel bitte nur in Absprache mit einem Behandler trainieren.
Nebeneffekt Konzentration: Lernen durch Bewegung
Bewegung und Lernen hängen enger zusammen, als viele denken — der Pädagoge Dr. Paul E. Dennison hat daraus die Edu-Kinesiologie entwickelt. Das Balancetraining auf der SKOLISOHLE® schult Beweglichkeit und Koordination — Fähigkeiten, die auch beim Lernen helfen können. (Was hinter der Methode steckt, samt Übungen zum Ausdrucken: Edukinesiologie.)
Skoliose-Übungen für Kinder — zum Ausdrucken
Für das Training zu Hause gibt es die Übungsblätter als PDF — Skoliose-Übungen, die Kinder gemeinsam mit einem Erwachsenen durchgehen können, und das Trainingsschema für Einstieg und Steigerung:
- Übungen bei Skoliose (PDF)
- Trainingsschema SKOLISOHLE® (PDF) — Einstieg und Steigerung
- Zur Studie mit Kindern: Studien und Fachbeiträge
Zwei Größen, ein Anfang
Die SKOLISOHLE® gibt es in zwei Einheitsgrößen — 36–39 und 40–46. Bei kleineren Kinderfüßen kann die Sohle zusammen mit einem Halbschuh getragen werden; die Knöchel sollten dabei frei bleiben. Lässt sich keine sichere Verbindung zwischen Fuß und Sohle herstellen, sollte nicht trainiert werden. 89 €, 30 Tage Widerrufsrecht ab Erhalt der Ware.
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